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Die deutsch-norwegische Gesellschaft (DNG)
 

Der Humanist, Philosoph und Dichter Dr. Max Tau, ein Deutscher Jude, ergriff bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Initiative zur Gründung eines norwegisch-deutschen Vereins, der "Norsk-Tysk Forening". Diese Gesellschaft sollte seine Anschauung zur Aussöhnung zwischen beiden Ländern aufgreifen und weiterführen und somit zu einem besseren politischen, kulturellen und menschlichen Verständnis zwischen den Bundesrepublik Deutschland und Norwegen beitragen.

Max Tau zeichnete sich durch einen festen Glauben an den hohen Wert des Menschen aus. Er war davon überzeugt, dass der Mensch im Grunde genommen in Liebe erschaffen sei und dafür lebe, diese zu verwirklichen. Auf dieser Grundlage ruhte seine Idee eines norwegisch-deutschen Forums zur Förderung der Gemeinschaft und des Verständnisses der Menschen untereinander.

In unseren tagen ist der Meinungsaustausch über die Landesgrenzen hinweg von wesentlicher Bedeutung. Wir müssen uns immer mehr auf eine Welt in Veränderung einstellen. Die unterschiedlichen Religionen, ethnische Konflikte sowie materielle und politische Verschiedenheiten sind keine fernliegenden Probleme mehr, sondern ein Teil der täglichen Neuigkeiten und gehen uns alle an.

Die jungen Menschen stehen vor einer sich schnell entwickelnden Welt, in der das Verständnis für andere Werte und Lebenseinstellungen für die zukünftige Lebensqualität des Einzelnen eine entscheidende rolle spielen kann. Die Deutsch-Norwegische Gesellschaft ist ein Begegnungsort für junge und ältere Menschen, die das Interesse für norweisch-deutsche Beziehungen teilen und die gleichzeitig Beiträge der Gesellschaft nutzen, um einen besseren Einblick in die Verhältnisse zu gewinnen, die unsere nahe Umwelt berühren.

Als Max Tau 1976 verstarb, wurde es still um die "Norsk-Tysk Forening". Im Jahre 1988 jedoch ergriff der Theologe und Journalist Hans-Joachim Schilde, ein gebürtiger Deutscher, die Initiative zur Gründung der "Norsk-Tysk Selskap". Viele bekannte Personen aus dem norwegischen und deutschen Gesellschaftsleben unterstützen ihn. Der norwegische Provinzverwalter und ehemaliger Ministerpräsident, Kåre Willoch, wurde der erste Präsident der Gesellschaft. Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg und norwegischer Generalkonsul für Thüringen und Sachsen, Prof. Dr. Lothar Späth, nahm die entsprechende Position in Deutschland ein. Es wurde ein Vorstand gegründet, an dessen Spitze General Fredrik Bull-Hansen stand, während die Verwaltung mit großem Engagement in den Händen von Christel Brekke lag. Die Ebengenannten sowie alle übrigen in der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft setzen sich durch ihre Arbeit individuell und gemeinsam für ein besseres Verständnis zwischen unsern beiden Ländern ein.

Die deutsch-norwegischen Beziehungen reichen in der Geschichte weit zurück. Kenntnisse und Kontakte bezüglich des deutschen Kontinentaleuropas wurden während der Hanse-Zeit durch deutsche kulturelle, wissenschaftliche und menschliche Impulse verstärkt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trugen deutsche Bergbauingenieure, die in norwegischen Gruben eingesetzt worden waren, trugen zur Industiealisierung des Landes bei. Zahlreiche norwegische Jugendliche haben ihre Ausbildung an deutschen Universitäten und Hochschulen genossen. Viele norwegische Künstler haben in der vergangenen Zeit Inspiration und Anerkennung aus Deutschland bekommen. Man braucht nur an Namen wie Edvard Munch, Henrik Ibsen und Knut Hamsun zu denken. Norwegen und Deutschland waren damals und sind auch heute sowohl geographisch als auch kulturell eng miteinander verbunden.

Seit 1988 ist die Deutsch-Norwegische Gesellschaft bemüht, ihr Bestes zum Verständnis zwischen Deutschland und Norwegen und den heutigen Generationen untereinander zu tun, stets mit Blick in die Zukunft und auf kommende Generationen. Grundlegend wichtig für die "Norsk-Tysk Selskap" sind die Stellung und die Rolle Deutschlands innerhalb Europas und seine Bedeutung als Tür zum übrigen Europa. Im Wirkungsbereich der Gesellschaft liegen vorwiegend kulturelle und allgemeinpolitische Fragen beider Länder. Die Programme umfassen Vorträge zentraler Persönlichkeiten, Konzerte, Kunstausstellungen und ähnliches. Die "Norsk-Tysk Selskap" konnte zum Beispiel bei der Erstellung von drei Fernsehfilmen vermitteln, die einem breiten Publikum in beiden Ländern zugängig gemacht wurden. Diese waren der Film über das norwegische Königshaus, über das norwegische Öl- und Gasabenteuer sowie ein breit angelegtes Porträt des norwegischen Nobelkomitees. In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland und dem Königlich-Norwegischem Außenministerium hat die Gesellschaft das Buch "1949-1989 - Norsk-Tyske Forbindelser" herausgegeben, in dem sich unter anderem Beiträge des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt und der ehemalige Ministerpräsident Kåre Willoch und Gro Harlem Brundtland finden.

Die Deutsch-Norwegische Gesellschaft steht nicht nur mit der Deutschen Botschaft in ständigem produktiven Kontakt, sondern auch mit Institutionen wie dem Goethe-Institut, der Deutschen Schule - Max Tau, der Deutsch-Norwegischen Handelskammer und anderen Schwesterorganisationen im In- und Ausland.

Die Mitglieder der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft setzen sich aus Akademikern, Künstlern, Politikern und anderen Einzelpersonen zusammen, aus jungen und älteren Menschen sowie Organisationen und Firmen. Quer durch alle fachlichen und politischen Bereiche ist man sich darin einig, dass es darum geht, den Kontakt und die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem norwegischen Volk zu stärken, zwischen Norwegen und dem europäischen Kontinent, und das zur Bereicherung aller Partner.

Die Deutsch-Norwegische Gesellschaft hat vier Ehrenmitglieder: Dr. h.c. Lothar Späth, Helmut Wegner, Kåre Willoch und Fredrik Bull-Hansen.

Prof. Inge Lönning, Vize-Präsident des Stortings, und Generalkonsul Dr. Ing. Klaus-Ewald-Holst sind die Präsidenten unserer Gesellschaft.


 
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